In der festlich und liebevoll geschmückten Turnhalle der Lucas – Cranach – Grundschule Kronach lag an diesem Tag eine ganz besondere Stimmung in der Luft. Erwartung, Freude, aber auch leise Wehmut begleiteten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Ehrengäste und Wegbegleiter, die zusammengekommen waren, um zwei außergewöhnliche Menschen zu verabschieden: Marliese und Richard Bär, die nach fast zwei Jahrzehnten ehrenamtlicher Schwimmtätigkeit ihren wohlverdienten Ruhestand antreten.

Im Namen der Schulleitung begrüßte Melanie Simon stellvertretend alle Anwesenden. Ihre Worte machten von Beginn an deutlich, dass dieser Abschied kein gewöhnlicher war. Anschließend übergab sie an Philipp Montag, Lehrer und Sportlehrer der Schule, der mit spürbarer Herzlichkeit durch das Programm führte und die Bedeutung dieses Tages in Worte fasste.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickte die Schulfamilie auf 18 Jahre ehrenamtliche Schwimmunterstützung zurück. Achtzehn Jahre, die geprägt waren von unzähligen Bahnen im Wasser, von zittrigen ersten Schritten am Beckenrand, von überwundenen Ängsten, stolzen Seepferdchen-Prüfungen und leuchtenden Kinderaugen. Marliese und Richard Bär haben Generationen von Kindern nicht nur das Schwimmen beigebracht – sie haben ihnen Sicherheit, Selbstvertrauen und Freude am Wasser geschenkt.

Als engagierte Mitglieder der DLRG leisteten sie einen unschätzbaren Beitrag zur Sicherheit der Kinder. Schwimmen zu können ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine lebenswichtige Fähigkeit. Dass so viele Schülerinnen und Schüler heute sicher durchs Wasser gleiten, ist auch ihr Verdienst. Doch ihr Wirken ging weit über Technik und Abzeichen hinaus: Sie waren geduldige Erklärer, ruhige Mutmacher, motivierende Begleiter und tröstende Zuhörer, wenn der Mut einmal fehlte. Mit ihrer warmen, zugewandten Art wurde das Schwimmenlernen für viele Kinder zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Ein besonders rührender Moment war der Auftritt der jüngsten Schwimmerinnen und Schwimmer. Die Kinder der Klasse 1aG überreichten im Kunstunterricht gestaltete Dankessprüche – kleine Kunstwerke voller großer Gefühle. Im Hintergrund erfüllte das Lied „Danke, 18 Jahre die Bärs!“ die Turnhalle und sorgte bei vielen Gästen für feuchte Augen.
Im weiteren Verlauf wurde deutlich, wie viele Menschen und Institutionen diese besondere Arbeit über all die Jahre begleitet und unterstützt haben: Christian Grebner von der AOK-Krankenversicherung und langjähriger Kooperationspartner der Aktion „Sicher Schwimmen“, Schulamtsdirektorin Kerstin Zapf sowie Marco Friedrich, Arbeitskreisvorsitzender „Sport in Schule und Verein“ des Schulamts Kronach, Camelia Zinz vom Elternbeirat sowie Frau Neumann von der GFI. Von Seiten der Stadt Kronach würdigte Bürgermeisterin Angela Hofmann den Einsatz der beiden mit persönlichen Dankesworten. Auch der Schulverband Kronach III war mit Jörg Schnappauf vertreten. Sebastian Küpferling vom Crana Mare – für Marliese und Richard fast ein „zweites Wohnzimmer“ – schloss sich ebenfalls den anerkennenden Worten an. Jede Rede zeigte auf ihre eigene Weise, wie tief die Spuren sind, die dieses Engagement hinterlassen hat.


Immer wieder gehörte die Bühne auch den Kindern: Die Klasse 2aG überraschte mit ihrem liebevoll vorbereiteten „Enten-Dank“, und später sangen die Schülerinnen und Schüler der 2aG, 2bG, 3aG und 4a gemeinsam ein bewegendes Lied – ein musikalisches Dankeschön direkt aus Kinderherzen. Besonders eindrucksvoll war der Rückblick auf das, was Marliese und Richard Bär im Kern auszeichnete: Vertrauen und Förderung. Vertrauen der Kinder, die sich zum ersten Mal ins Wasser wagten. Vertrauen der Eltern, die ihre Kinder in besten Händen wussten. Vertrauen der Schule und der Partner, die sich stets auf ihre Erfahrung und Verlässlichkeit verlassen konnten. Und Förderung im besten Sinne – jedes Kind dort abzuholen, wo es steht, Mut zu machen und Entwicklung zu ermöglichen, weit über das Schwimmbecken hinaus.
Zum Abschluss richtete Philipp Montag auch persönliche Worte aus Sicht der Lehrkräfte an die beiden. Er dankte nicht nur für das große fachliche Können, sondern auch für die Inspiration, die sie selbst daraus ziehen durften. Die zahlreichen erreichten Schwimmabzeichen – bis hin zu Silber und Gold – stehen sinnbildlich für eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht.
Mit sichtbarem Stolz überreichten Marliese und Richard noch einmal Abzeichen und Schwimmpässe an Kinder, die in jüngster Zeit besondere Leistungen erbracht hatten.
Mit den besten Wünschen für Gesundheit, Freude und viele entspannte Stunden – vielleicht auch einmal ganz ohne Schwimmbad und Kinder – endete diese bewegende Feier. Marliese und Richard Bär werden fehlen. Doch die Spuren, die sie hinterlassen haben, bleiben – in den Herzen der Kinder, in der Schulfamilie und weit darüber hinaus.
Bericht und Fotos: Steffen Mahr