Vorkurse Deutsch

Warum vorschulische Sprachförderung?

Mit dem Ziel einer möglichst frühzeitigen, nachhaltigen und intensiven Sprachförderung zur Erhöhung der schulischen Erfolgschancen bei Schülern mit Migrationshintergrund wurden seitens der Staatsregierung Vorkurse eingerichtet.
Pädagogisches Personal in Kindertagesstätten und Lehrkräfte der Grundschulen bieten gemeinsam eine gezielte Sprachförderung für die Kinder, für die die Besorgnis besteht, dass sie dem Schulunterricht ohne weitere Förderung nicht folgen könnten. Diese Kooperation kann den Kindern den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule sehr erleichtern.

 

 

Prozedere


Um den Bildungserfolg der Migrantenkinder bereits von Schulbeginn an gleichermaßen sicher zu stellen, wird im vorletzten Kindergartenjahr die deutsche Sprachkompetenz überprüft.

Bei Defiziten findet wöchentlich eine zweistündige Förderung durch die Erzieherinnen im jeweiligen Kindergarten statt.

Im letzten Kindergartenjahr erhalten diese nichtdeutschen Kinder weiterhin zwei Stunden „Deutsch“ auf spielerische Art und Weise und zusätzlich an der kooperierenden Grundschule einen „Vorkurs Deutsch“ mit drei Wochenstunden von einer Lehrkraft. Dabei sollen durchschnittlich acht bis zehn Migrantenkinder eine überschaubare Gruppe bilden, um einen hohen Kommunikationsanteil zu ermöglichen.

Der Vorkurs Deutsch besteht stets aus einer sehr gemischten, heterogenen Sprachlerngruppe, in der Kinder unterschiedlichster Nationalität miteinander und voneinander lernen.



Definition: „Schüler mit Migrationshintergrund“

Laut Florian Burgmaier und Angelika Traub von der Qualitätsagentur am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung wird für die Erfassung  nunmehr neben der
Staatsangehörigkeit auch
die Sprache im Haushalt,
das Geburtsland und
das Jahr des Zuzugs mit einbezogen.
Weiterhin führen sie an, dass die PISA-Studie auch für in Deutschland geborene und für Deutsch sprechende SchülerInnen mit eingewanderten Eltern Kompetenzdefizite aufzeigt. Deshalb sollte aus bildungsrelevanten Gesichtspunkten eine generationenübergreifende Erfassung des Migrationshintergrundes zugelassen werden.

 

 

Inhaltliche Umsetzung

Die Schaffung von möglichst vielfältigen Sprechanlässen ist Voraussetzung für ein gutes Gelingen des Vorkurses. Deshalb erstellen die Lehrkräfte einen Jahresplan, der wesentliche Themen aufgreift, die für Vorschulkinder interessant und relevant sind: z.B.

  • Tiere
  • Blumen und Bäume
  • Jahresfeste


Wichtig ist dabei die richtige Einübung von Einzahl (Singular) und Mehrzahl (Plural) sowie der richtige Begleiter (Artikel) bei Namenwörtern (Nomen). Passende Tunwörter (Verben) und Wiewörter (Adjektive) werden dazu gelernt.

Weiterhin wird auf Wortschatzerweiterung Wert gelegt, die sich an den Themen und Inhalten der ersten Klasse orientiert (v. a. aus dem Fachbereich „Heimat- und Sachunterricht“): z. B.

  • Gegenstände des Schulranzens und des Federmäppchens
  • Körperteile und Sinnesorgane
  • Kleidung
  • Zeit: Jahr, Monat, Tag, Stunde

Daneben bleibt viel Platz für „literacy“, was soviel bedeutet wie Aufbau einer Lesefreude. Es wird vorgelesen und nacherzählt oder zu Bildern in Büchern eigene Geschichten verfasst.

 

Im Schuljahr 2014/15 bietet unsere Schule zwei Vorkurse an.